Kiezdemo am 14. März

Die solidarischen Nachbar*innen rufen am morgigen Samstag, 14. März 2015, zu einer Kiezdemo gegen Mietwucher und Verdrängung auf. Los geht’s um 16 Uhr auf dem Hermannplatz in Neukölln. Weitere Infos sind unter http://friedelstrasse54.blogsport.eu/solidaritaet/kiezdemo/. Kommt zahlreich!

Gasleitung undicht

Eins der bisherigen „Highlights“ waren 8 Novembertage ohne Heizung und Warmwasser: Die Gasag hatte bei einer Kontrolle festgestellt, dass es im Haus einen Druckabfall in der Gasleitung gibt – sprich, dass die Leitung undicht ist. Somit wurde das ganze Haus vom Gasnetz getrennt. Es dauerte 8 Tage, bis wir wieder heizen konnten. Warum dies so lange dauerte wurde nicht wirklich kommuniziert. Über drei Ecken hört man, dass es angeblich an fehlenden Ersatzteilen lag. Bei mir in der Wohnung war es bis zu 12 Grad kalt. Mieter mit Babys mussten bei Freunden unter kommen. Bis zum heutigen Tag ist die Gasversorgung nicht wieder komplett hergestellt. Da die meisten Mieter einen Gasherd haben, können viele seit drei Wochen keine warmen Mahlzeiten zubereiten. Seitens der Hausverwaltung gibt es keinerlei brauchbare Informationen, wann und wie dem Mangel Abhilfe geschaffen wird. Telefonisch ist die Firma City Home Immobilien Verwaltungs GmbH kaum zu erreichen und auf Briefe und Emails wird nicht geantwortet. Auch die ersten Eigentümer, die bereits eingezogen sind merken nun langsam, mit wem sie es sich eingelassen haben.

Der alltägliche Ärger

Nach vielen Monaten voller Schmutz und Lärm sind die meisten Schönheitsreparaturen nun endlich abgeschlossen. Natürlich ging das nicht ohne Ärger und Einschränkungen über die Runden.

Die Bauarbeiter nutzten ständig den Hausstrom, was bedeutet, dass die Mieter am Ende die dicke Stromrechnung bekommen (dagegen werden wir uns natürlich wehren). Zudem entsorgten die Bauarbeiter allen möglichen Müll in den Tonnen. Damit dies nicht auffiel, wurde der Müll regelrecht unter dem normalen Hausmüll vergraben. So waren zeitweise von der Glas- über die Bio- bis hin zur gelben Tonne alle Behälter mit Bauabfällen befüllt. In mindestens einem Fall ein Fahrrad beschädigt und anschließend das Schloss mit einer Flex durchtrennt, um das Rad umzuparken. Die Option die Mieter zu bitten, die Räder zu entfernen, gab es anscheinend nicht. Weiter wurde eine Telefonleitung gekappt, sodass Mieter ohne Telefon und Internet da standen. Ebenso erfreulich ist es, wenn die Haustürschlösser ausgewechselt werden, bevor alle Mieter den passenden neuen Schlüssel haben. Plötzlich lässt sich die Haustür nicht mehr öffnen…

Milieuschutz jetzt!

Das Bündnis für bezahlbare Mieten Neukölln hat eine Unterschriftensammlung für einen Einwohnerantrag zum Milieuschutz in Neukölln gestartet. Das Bezirksamt soll damit aufgefordert werden, zukünftig Luxussanierungen sowie die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen zukünftig für bestimmte Gebiete zu verbieten. Daher schließe ich mich dem Aufruf an und bitte alle, sich mit einer Unterschrift für bezahlbare Mieten einzusetzen. Die Liste kann hier heruntergeladen werden. Runterladen, ausdrucken und schnell die Nachbarn auf die Aktion aufmerksam machen!

Verkauft die Wollenberg & Brake GmbH & Co KG Schrottimmobilien?

Auf der Internetseite von Resch Rechtsanwalt & Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht ist zu lesen, dass es in der Vergangenheit unterschiedliche Auffassungen über die Qualität der durch die Wollenberg & Brake GmbH & Co KG verkauften Eigentumswohnungen gab. Die Kanzlei Resch vertritt Mandanten, die eine Eigentumswohnung aus einem Objekt in Friedrichshain gekauft haben. Vertrieben wurden die Objekte laut Internetseite über die Firma Pro Refugium. „Wir halten die Anlageberatung des Vertriebsmitarbeiters der Firma Pro Refugium für nicht zutreffend und fordern von der Verkäuferin, der Wollenberg & Branke GmbH, die Rückabwicklung“ schreibt die Kanzlei.

Wenn ich einen Blick in unseren Keller werfe, scheint die Aussage von Resch nicht ganz abwegig…

Update: Rohrbruch im Keller

Mitte Mai hatte ich ja schon mal über den Rohrbruch im Keller berichtet. Das Abwasserrohr war gebrochen und die ganze Suppe lief in den Keller. Nach einigen Tagen schaffte die Hausverwaltung Abhilfe, in dem sie kurzerhand eine Zwischentür einbaute und so den Zugang zu dem betroffenen Bereich verschloss. Was genau am Rohr gemacht wurde, konnten wir also nicht nachvollziehen. Nun stand eben diese Tür kurz offen und was es zu sehen gab seht ihr hier:

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Das Rohr wurde anscheinend geflickt, der Dreck liegt jedoch noch immer auf dem Boden. Das sind absolut unhaltbare Zustände!

Entmietung durch Pro Soluta

Die berühmt berüchtigte Firma Pro Soluta ist auch bei uns am Werk. Zunächst werden persönliche Gespräche angeboten, dann bekommen Mieter betroffener Objekte unaufgefordert Schreiben, in denen ihnen eine Abfindung bei vorzeitiger Auflösung des Mietvertrags angeboten wird. In Anbetracht der Wertsteigerung die eine Immobilie erfährt, wenn sie nicht vermietet sondern bezugsfrei angeboten werden, sind die angebotenen Summen geradezu unverschämt. Mir wurden zunächst 1000 Euro und zuletzt 5000 Euro angeboten. Diese Summen stehen zudem in keiner Relation zu den Mehrkosten, die entstehen, wenn man seine Wohnung vorzeitig aufgibt und eine neue Wohnung zu höheren Kosten anmieten muss. Hier im Schillerkiez liegt der durchschnittliche Mietpreis bei Neuvermietung laut Immobilienscout24 aktuell bei 8,10 Euro. Ich zahle derzeit knapp über 5 Euro. Konservativ gerechnet muss ich auf 10 Jahre (entspricht der Kündigungsfrist bei Eigenbedarf) mit Mehrkosten von etwa 19.000 Euro rechnen! Dabei habe ich bereits berücksichtigt, dass meine derzeitige Miete alle 3 Jahre um 15% Steigen könnte, was angesichts des Mietspiegels sogar unwahrscheinlich ist, und, dass die neue Miete in der gesamten Zeit bei 8,10 Euro bleibt. Es könnte also noch wesentlich teurer werden. Außerdem haben weder ich noch die anderen Mieter ein Interesse daran auszuziehen. Wir fühlen uns wohl hier!

Damit euch alle mal ausrechnen könnt, was ein Auszug für euch bedeuten würde, könnt ihr hier den Mietkostenrechner runter laden und eure Zahlen in die grünen Felder eintragen.

Kann schon sein, dass die Rechnung nicht stimmt, aber für einen ersten Eindruck sollte es reichen. Lasst euch nicht von Pro Soluta etc. verarschen!

 

Rohrbruch im Keller – mal wieder

Bereits im vergangenen Jahr hatten wir ein Leck am Abwasser Rohr im Keller. Scheinbar wurde das Problem nur oberflächlich repariert, sodass es jetzt zu einem Rohrbruch gekommen ist. Wir auf den Bildern zu sehen ist, fließt die Scheiße durch den ganzen Keller. So richtig scheint dies die Hausverwaltung nicht zu interessieren, denn passiert ist bislang nichts. Welch ein Zufall, das bei Besichtigungsterminen der Keller meist geschlossen bleibt. Zufällig hörte ein Nachbar den Makler zu einem Kaufinteressent sagen, dass der Schlüssel für den Keller „heute leider nicht verfügbar sei“. Die Bewohner wissen, warum. Die Leser dieses Blogs jetzt auch.

okerstraße 8 keller Weisestraße 36 Keller Weisestraße 35 Keller Okerstraße 8 Rohrbruch Okerstraße 9 Rohrbruch

Offener Brief an Bürgermeister Buschkowsky

An
Bezirksbürgermeister Herrn Buschkowsky
Rathaus Neukölln
Karl-Marx-Str. 83
12043 Berlin – Neukölln

sowie in Kopie an

Bezirksstadtrat Herrn Blesing
Karl-Marx-Str. 83
12043 Berlin – Neukölln

Sehr geehrter Herr Buschkowsky,

sehr geehrter Herr Blesing,

in großer Sorge um unser Wohnhaus, das sich über die Weisestraße 35/36 bis zur Okerstraße 8 erstreckt, wenden wir uns an Sie, da wir einerseits einen baulichen Verfall des Hauses befürchten und andererseits beobachten, dass seit ungefähr einem Jahr freiwerdende Wohnungen nicht mehr vermietet werden.

Die Meisten von uns wohnen schon seit den achtziger Jahren in diesem Haus und erleben die rasante Veränderung der Straßenzüge zwischen Hermannstraße und Tempelhoferfeld als einen Prozess der Umwandlung von Mietwohnungen in Wohneigentum oder Wohnungsmodernisierungen mit enorm steigenden Mietkosten. Beides hat die Verdrängung der ursprünglichen Mieter zur Folge.

Seit dem Jahr 2000 wurde unser Haus dreimal an unterschiedliche Immobiliengesellschaften verkauft, dabei wurde in die Instandsetzung des Hauses wenig investiert. Schon seit längerer Zeit bröckelt immer wieder Putz von der Fassade, im Keller tropfen die Wasserrohre und ein Teil der Wohnungen hat noch einfach verglaste Fenster, die nicht mehr richtig schließen.

Der letzte Eigentümerwechsel zur Firma Wollenberg und Branke GbR fand im Februar 2013 statt. Kurz darauf erhielten wir Briefe, die großangelegte Modernisierungen, den Ausbau des Dachgeschosses und das Anbringen von Aufzügen „ versprachen“. Der Brief erhielt auch die Bitte uns bei der Firma ProSoluta (Ausführliche Informationen zu ProSoluta ( MieterEcho 354 / Mai 2012) zu melden, die mit uns die Vorhaben „näher konkretisieren möchte“. Gleichzeitig erhielten einige der Mieter Abmahnungen bis zur Androhung von Kündigungen, da wir unerlaubt untervermietet hätten.

Wir beriefen daraufhin eine Mieterversammlung ein, in der uns die Anwälte der Berliner Mietervereine Tipps und Ratschläge zum Umgang mit Modernisierungen gaben.

Bis November 2013 fanden, obwohl es angekündigt war, keine Baumaßnahmen statt. Neue Briefe mit ungenauen Modernisierungsvorhaben folgten. Diesmal erhielten einige Mieter Angebote mit Abfindungen in der Höhe von 10 000 Euro, wenn sie einem Auflösungsvertrag zustimmten und ihre Wohnungen verließen.

Mittlerweile steht das Hinterhaus fast ganz leer, die Vorderhäuser sind noch zum Teil bewohnt. Das ist Wohnraum, der eigentlich dringend gebraucht wird. Jeweils an den Wochenenden finden Besichtigungen für potentielle Käufer der einzelnen Wohnungen statt. Eine Überprüfung beim Grundbuchamt ergab, dass Teilungsgenehmigungen beantragt, jedoch noch nicht genehmigt sind.

Anfang Dezember wurden im Treppenhaus, die Wände aufgebohrt, um neue Kabel zu verlegen. Jetzt ist es April, die neuen Kabel hängen seit mehreren Wochen aus der Wand und liegen auf dem Boden. Überall ist Staub, das Treppenhaus wird nur oberflächlich geputzt.

Internetrecherchen (Artikel im Berliner Mieterecho) haben ergeben, dass derselbe Besitzer in Moabit (Bremer Straße, Turmstraße) weitere Häuser besitzt und dort mit den Mietern auf ähnliche Weise umgegangen wird.

Trotz des rechtlichen Beistandes durch die Mietervereine und Anwälte fühlen wir uns dem Vorgehen des Vermieters ausgeliefert, da wir mit ansehen, wie sich der bauliche Zustand des Hauses verschlechtert und immer mehr Mieter aus Angst vor weiterer Ungewissheit ausziehen und so der Prozess der Mieterverdrängung und Verschwinden von bezahlbarem Wohnraum weiter voranschreitet.

Wir wünschen uns, dass von politischer Seite bzw. vom Baustadtrat des Bezirks über den 10-jährigen Kündigungsschutz für in Eigentum umgewandelte Wohnungen hinaus weitere gesetzliche Maßnahmen zur Eindämmung von Spekulation mit Wohnungen und zum Schutz von Neuköllner Mietern erfolgen. Dem Vorgehen Häuser verfallen zu lassen und so einen künstlichen Leerstand herbeizuführen, um ihn dann mit einer erheblichen Gewinnspanne weiter zu verkaufen, sollte Einhalt geboten werden.

Wir appellieren an Ihre politische Verantwortung und sind gespannt, was Sie in dem geschilderten Falle und vielen ähnlich gelagerten Prozessen unternehmen.

Mit freundlichen Grüßen,

die Mieter der Okerstr. 8/9 und Weisestr. 35/36